Giropay kündigen in österreich: das müssen sie nach der einstellung wissen
Giropay ist eingestellt - was das für sie bedeutet
Giropay hat seinen Betrieb zum 31. Dezember 2024 vollständig eingestellt. Das bedeutet konkret: Es gibt keine aktive Kündigung mehr durchzuführen, da der Dienst nicht länger existiert. Viele österreichische Nutzer erhalten derzeit verwirrende Mitteilungen von Banken oder Händlern. Bei Yafee helfen wir Ihnen, diese Unsicherheit zu klären und Ihre nächsten Schritte rechtlich korrekt einzuleiten.
Was Giropay war
Giropay war ein deutsches Online-Bezahlverfahren, das von Banken und Sparkassen gemeinsam betrieben wurde. Sie konnten Zahlungen direkt von Ihrem Girokonto aus durchführen - ohne Kreditkarte, sondern über Ihr vertrautes Onlinebanking-System. Auch in Österreich akzeptierten viele E-Commerce-Shops diese Zahlungsmethode. Die Betreibergesellschaft paydirekt GmbH hat den Dienst zum Jahresende 2024 eingestellt, um sich auf modernere Zahlungslösungen zu konzentrieren.
Warum sie nicht aktiv kündigen müssen
Der entscheidende Punkt: Sie müssen nichts unternehmen. Giropay existiert einfach nicht mehr. Ihr Bankkonto wird dadurch nicht beeinflusst, und es entstehen Ihnen keine Kosten. Dennoch ist es sinnvoll zu wissen, was mit ausstehenden Transaktionen, Guthaben oder Rückerstattungen geschieht. Yafee unterstützt Sie mit klaren, rechtsgestützten Informationen, damit Sie handlungsfähig bleiben.
Ihre rechtliche position nach der einstellung
Als österreichische Bürgerin oder Bürger haben Sie starke Verbraucherschutzrechte, die über das Bürgerliche Gesetzbuch hinausgehen.
Schutz durch österreichisches verbraucherschutzrecht
Das österreichische Konsumentenschutzgesetz (KSchG) und die Richtlinie 2015/2366/EU (Payment Services Directive 2 - PSD2) schützen Sie bei allen Zahlungsvorgängen. Falls Sie zum Zeitpunkt der Einstellung Guthaben auf einem Giropay-Konto hatten oder ausstehende Rückerstattungen nicht verarbeitet wurden, können Sie Ihre Bank rechtlich in Anspruch nehmen. Yafee empfiehlt Ihnen, alle relevanten Transaktionen zu dokumentieren und schriftlich bei Ihrem Kreditinstitut nachzufragen.
Ihre rechtliche position: Sie haben das Recht auf unverzügliche Informationen über den Status Ihrer Gelder. Ihre Bank muss innerhalb von 15 Arbeitstagen auf Anfragen antworten. Verweigert die Bank eine Antwort oder behandelt Sie ungerecht, können Sie sich an die Österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) oder die Schlichtungsstelle für Bankwesen wenden.
Kontakt mit ihrer bank und beschwerdeverfahren
Ihr erster Ansprechpartner ist immer die Bank oder Sparkasse, die Ihnen Giropay angeboten hat. Kontaktieren Sie diese Institution schriftlich und teilen Sie mit, dass Sie folgende Informationen benötigen:
- Informationen zu ausstehenden Rückerstattungen oder Transaktionen,
- Klärung, ob Guthaben verbleibend ist,
- eine schriftliche Bestätigung der Vertragsbeendigung,
- Hinweise auf alternative Zahlungsmethoden.
Ihre Bank muss schriftlich antworten. Falls Sie innerhalb von 15 Arbeitstagen keine zufriedenstellende Antwort erhalten, können Sie sich an die Schlichtungsstelle für Bankwesen (Ombudsstelle der österreichischen Kreditwirtschaft) oder die FMA wenden. Yafee empfiehlt, alle Korrespondenzen aufzubewahren.
Schritte zur überprüfung ihrer konten
Obwohl Giropay nicht mehr aktiv ist, können in Ihren Onlinebanking-Portalen noch alte Einstellungen oder Berechtigungen vorhanden sein.
Schritt 1: Bankkonto-Einstellungen überprüfen
Melden Sie sich in Ihrem Bankkonto an und überprüfen Sie die folgenden Bereiche:
-
Zahlungsdienstanbieter und Verbindungen
- Suchen Sie nach Giropay, paydirekt oder ähnlichen Einträgen im Bereich "Verbundene Dienste", "Autorisierte Anwendungen" oder "Drittanbieter".
- Falls vorhanden, entfernen Sie diese Verbindungen oder deaktivieren Sie alle Berechtigungen sofort.
- Speichern Sie die Änderungen und bestätigen Sie diese schriftlich per E-Mail an Ihre Bank.
-
Wiederkehrende Zahlungen und SEPA-Mandate
- Überprüfen Sie, ob Daueraufträge oder SEPA-Mandate mit Giropay oder paydirekt eingerichtet waren.
- Stornieren oder widerrufen Sie diese sofort, um künftige unerwünschte Abbuchungen zu vermeiden.
- Dokumentieren Sie das Widerrufsdatum schriftlich.
-
Transaktionsverlauf einsehen
- Sichten Sie Ihre letzten 6 Monate Kontoauszüge, um zu sehen, welche Zahlungen verarbeitet wurden und welche möglicherweise fehlgeschlagen sind.
- Notieren Sie alle fehlgeschlagenen oder ungeklärten Transaktionen mit Datum, Betrag und Empfänger.
- Kontaktieren Sie die betreffenden Händler, um Rückerstattungen einzuleiten, falls erforderlich.
Schritt 2: alle handelskonten prüfen
Falls Sie Giropay bei Online-Shops registriert hatten, überprüfen Sie Ihre Benutzerprofile auf diesen Seiten:
-
Zahlungsmethoden aktualisieren
- Melden Sie sich bei Ihren Konten bei häufig genutzten E-Commerce-Plattformen an (Amazon, eBay, Online-Apotheken, Einzelhandel usw.).
- Entfernen Sie Giropay aus den gespeicherten Zahlungsmethoden.
- Hinterlegen Sie eine alternative Zahlungsmethode (Kreditkarte, Banküberweisung, SEPA-Lastschrift).
-
Rückerstattungsansprüche geltend machen
- Falls Sie bereits offene Rückerstattungen haben, kontaktieren Sie den Kundendienst des jeweiligen Shops schriftlich.
- Teilen Sie mit, dass Giropay nicht mehr verfügbar ist, und bitten Sie um Rückerstattung auf Ihr Bankkonto oder eine alternative Zahlungsmethode.
- Setzen Sie eine Frist von 10 Arbeitstagen für eine Antwort.
Schritt 3: dokumentation und archivierung
Yafee empfiehlt Ihnen, alle relevanten Informationen zu archivieren:
-
Speichern Sie Belege
- Speichern Sie Screenshots oder PDF-Ausdrucke aller überprüften Konteneinstellungen.
- Bewahren Sie Kontoauszüge der letzten 12 Monate auf.
- Dokumentieren Sie alle Änderungen, die Sie vorgenommen haben, mit Datum und Uhrzeit.
-
Kommunikation mit Banken und Shops dokumentieren
- Speichern Sie alle E-Mails, Chatprotokolle oder Briefe, die Sie mit Ihrer Bank oder mit Shops austauschen.
- Versenden Sie wichtige Anfragen per Einschreiben, um Nachweis zu haben.
- Notieren Sie Gesprächsdaten, Mitarbeiternamen und Inhalte von Telefonaten.
Rückerstattungen und offene transaktionen
Viele Nutzer fragen sich, was mit Guthaben oder nicht abgeschlossenen Transaktionen geschieht.
Ausstehende rückerstattungen einfordern
Falls Sie zum Zeitpunkt der Einstellung Rückerstattungen erwartet haben, müssen Sie diese aktiv einfordern:
-
Kontaktieren Sie den ursprünglichen Verkäufer oder die Plattform
- Teilen Sie mit, dass Giropay eingestellt wurde und Sie die Rückerstattung nicht über diesen Weg erhalten haben.
- Fordern Sie eine Rückerstattung auf Ihr Bankkonto an.
- Geben Sie Ihre IBAN und einen Nachrichtenkopf mit Datum, Bestellnummer und Betrag an.
-
Setzen Sie eine Frist
- Geben Sie dem Verkäufer 10 bis 14 Kalendertage Zeit, um die Rückerstattung zu verarbeiten.
- Setzen Sie eine Frist in schriftlicher Form (per E-Mail oder Brief).
-
Eskalieren Sie bei Nicht-Antwort
- Falls der Verkäufer nicht antwortet, wenden Sie sich an den Kundendienst oder die Ombudsstelle der Plattform.
- Yafee empfiehlt Ihnen, die Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes einzubeziehen, falls der Betrag erheblich ist.
Guthaben auf Giropay-Konten
Falls Sie Guthaben auf einem Giropay-Konto hatten, müssen Sie dieses über Ihre Bank einfordern:
-
Kontaktieren Sie Ihre Bank
- Teilen Sie mit, dass Sie Guthaben auf einem Giropay-Konto hatten, das nun eingestellt wurde.
- Fordern Sie schriftlich ein, dass die Bank Ihr Guthaben freigeben muss.
-
Nennen Sie alle relevanten Details
- Geben Sie an, welcher Betrag betroffen war, wann Sie diesen eingezahlt haben und welche Transaktionsnummern bekannt sind.
- Legen Sie Kontoauszüge bei.
-
Berufen Sie sich auf die PSD2-Richtlinie
- Verweisen Sie auf Ihre Rechte gemäss Richtlinie 2015/2366/EU (PSD2), die Verbraucher bei Zahlungsausfällen schützt.
- Setzen Sie eine Frist von 15 Arbeitstagen für eine Antwort.
Häufige fehler bei der verarbeitung
Viele Verbraucher reagieren zu langsam oder kommunizieren unklar mit ihren Banken - das kostet Zeit und Geld.
Fehler 1: passiv abwarten und nicht aktiv handeln
Viele Nutzer hoffen, dass ihre Bank von selbst handelt. Das ist ein Fehler. Die Einstellung von Giropay ist ein Verwaltungsakt, nicht automatisch ein Auslöser für Bankenhandlungen. Sie müssen aktiv schriftlich nachfragen, um Ihre Rechte zu wahren. Yafee empfiehlt: Schreiben Sie Ihrer Bank innerhalb von 30 Tagen nach der Einstellung ein Schreiben, in dem Sie klare Fragen stellen und eine Antwortfrist setzen.
Fehler 2: mündliche anfragen statt schriftlicher dokumentation
Telefonanrufe hinterlassen keine Spur. Falls es später zu Streitigkeiten kommt, können Sie nicht nachweisen, dass Sie nachgefragt haben. Nutzen Sie immer E-Mail oder Brief. Versenden Sie wichtige Anfragen per Einschreiben mit Rückschein. Speichern Sie alle Korrespondenzen und Kontoauszüge als PDF.
Fehler 3: zu lange warten mit rückerstattungsansprüchen
Gesetzliche Fristen laufen ab. Bei Rückerstattungsansprüchen nach § 932 ABGB (Österreichisches Allgemeines Bürgerliches Gesetzbuch) haben Sie üblicherweise drei Jahre Zeit, um zu handeln. Das klingt lange, doch je schneller Sie handeln, desto besser ist Ihre Beweislage. Fordern Sie Rückerstattungen innerhalb von 60 Tagen nach der Einstellung an.
Fehler 4: verwirrung zwischen Giropay und girocard
Giropay und girocard sind zwei unterschiedliche Systeme. Die girocard (die klassische Bankkarte) funktioniert weiterhin. Nur das Online-Zahlungssystem Giropay wurde eingestellt. Verwechseln Sie diese nicht, um Ihre Bank nicht unnötig zu verwirren.
Übersicht der wichtigsten massnahmen
| Massnahme |
Zeitrahmen |
Priorität |
| Bankkonto-Einstellungen überprüfen und Giropay-Verbindungen löschen |
Innerhalb von 7 Tagen |
Höchste |
| Schriftliche Anfrage an Bank stellen (ausstehende Transaktionen, Guthaben, Mandate) |
Innerhalb von 7 Tagen |
Höchste |
| Online-Shop-Konten überprüfen und Zahlungsmethoden aktualisieren |
Innerhalb von 14 Tagen |
Hoch |
| Rückerstattungsansprüche bei Shops einfordern |
Innerhalb von 30 Tagen |
Hoch |
| Alle Dokumente und Korrespondenzen archivieren |
Laufend |
Mittel |
| Bei Nicht-Antwort an FMA oder Schlichtungsstelle eskalieren |
Nach 15 Arbeitstagen Wartezeit |
Mittel |
Wann sie zur schlichtungsstelle gehen sollten
Falls Ihre Bank nicht kooperiert oder Sie keine zufriedenstellende Antwort erhalten, haben Sie Beschwerdewege.
Eskalation bei unzureichender bankreaktion
Die Schlichtungsstelle für Bankwesen (Ombudsstelle der österreichischen Kreditwirtschaft) ist eine unabhängige Schlichtungsstelle, die zwischen Verbrauchern und Banken vermittelt. Sie können diese einschalten, wenn:
- Ihre Bank innerhalb von 15 Arbeitstagen nicht antwortet,
- die Antwort unvollständig oder unverständlich ist,
- Ihnen die Begründung nicht ausreichend erscheint.
Die Schlichtung ist für Sie kostenlos und führt oft zu schnelleren Lösungen. Yafee empfiehlt, vorher alle Unterlagen zu sammeln und eine klare Beschwerdeschrift zu verfassen.
Kontakt zur österreichischen finanzmarktaufsicht
Die FMA (Österreichische Finanzmarktaufsicht) ist die oberste Aufsichtsbehörde. Sie können sich an die FMA wenden, wenn Sie vermuten, dass Ihre Bank Gesetze verletzt hat - etwa bei Nicht-Rückgabe von Geldern oder fehlerhafter Vertragsabwicklung. Die FMA leitet Beschwerde ein, erhebt aber keine Gebühren.
Nach der einstellung: so bleiben sie sicher
Die Einstellung von Giropay ist abgeschlossen - doch es gibt noch Präventivmassnahmen, die Ihren Schutz verbessern.
Alternative zahlungsmethoden etablieren
Nutzen Sie künftig sicherere Zahlungsmethoden. Die beliebtesten Alternativen in Österreich sind:
- SEPA-Lastschrift: Direkt vom Girokonto, ähnlich wie Giropay, aber standardisiert und EU-weit.
- Kreditkarte: Mastercard oder Visa bieten zusätzliche Käuferschutzgarantien.
- Sofortüberweisung oder Klarna: Diese Dienste verbinden Online-Sicherheit mit Bankgarantien.
- Apple Pay oder Google Pay: Digitale Wallets mit Authentifizierung und Transaktionsverfolgung.
Sicherheitscheck für ihr bankkonto
Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihr Bankkonto insgesamt zu überprüfen:
-
Passwort ändern
- Aktualisieren Sie Ihr Onlinebanking-Passwort auf ein starkes, 12-stelliges Passwort mit Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen.
-
Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Falls vorhanden, aktivieren Sie 2FA (SMS-TAN, App-TAN oder Token) für alle Transaktionen.
-
Alle Berechtigungen überprüfen
- Gehen Sie alle verbundenen Dienste, Apps und Drittanbieter durch und deaktivieren Sie jene, die Sie nicht mehr nutzen.
Vergleich: was sie hätten tun sollen - vs. was sie jetzt tun müssen
| Szenario |
Wenn Sie VOR der Einstellung tätig waren |
Was Sie JETZT tun müssen |
| Ausstehende Rückerstattung über Giropay |
Sofort Rückerstattung anfordern |
Bank + Verkäufer kontaktieren, alternative Zahlungsmethode nennen |
| Guthaben auf Giropay-Konto |
Bank vor Einstellung auffordern, Guthaben freizugeben |
Sofort Bank schriftlich anschreiben und Guthaben einfordern |
| SEPA-Mandat mit Giropay |
Sofort widerrufen |
Sofort im Onlinebanking löschen oder per Brief widerrufen |
| Dauerauftrag über Giropay |
Sofort stornieren |
Sofort im Onlinebanking stornieren oder per Brief |
| Zahlungsverbot nach Giropay-Transaktion |
Bank kontaktieren |
Bank und Verkäufer kontaktieren, Dispute-Verfahren einleiten |
Kontakt und hilfreiche ressourcen
Falls Sie weitere Unterstützung benötigen, wissen Sie jetzt, an wen Sie sich wenden können.
Ihre ansprechpartner
Österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA)
Schlichtungsstelle für Bankwesen (Ombudsstelle)
Verbraucherzentrale Österreich
Giropay-offizielle Mitteilung
Yafee - ihr partner bei kündigungen und verbraucherfragen
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Fazit: sie müssen handeln, aber sie sind nicht allein
Die Einstellung von Giropay ist endgültig, doch Ihre Rechte sind nicht verfallen. Zusammengefasst müssen Sie folgende Massnahmen ergreifen:
- Überprüfen Sie Ihr Bankkonto und löschen Sie Giropay-Verbindungen.
- Schreiben Sie Ihrer Bank schriftlich - fordern Sie Informationen zu ausstehenden Transaktionen an.
- Aktualisieren Sie Ihre Zahlungsmethoden bei allen Online-Shops.
- Fordern Sie Rückerstattungen aktiv ein, setzen Sie Fristen.
- Archivieren Sie alle Dokumente und Korrespondenzen.
- Eskalieren Sie bei Nicht-Antwort zur Schlichtungsstelle oder FMA.
Yafee unterstützt Sie mit rechtlich korrektem Wissen, verständlichen Erklärungen und klaren nächsten Schritten. Wenn Sie unsicher sind oder weitere Fragen haben, nutzen Sie die Kontaktadresssen der FMA oder Schlichtungsstelle - diese sind unabhängig, kostenlos und schnell. Yafee hat tausenden Verbrauchern geholfen, ihre Rechte nach Kündigungen, Vertragsabwicklungen und Zahlungsausfällen zu wahren. Besuchen Sie yafee.com jetzt, um mehr über Ihre Verbraucherrechte und sichere Zahlungsmethoden zu erfahren.